Von Br. Hermann Assmann

Bremen, Anfang September 2026. Wie kann ein gesellschaftliches Miteinander gelingen, wenn unterschiedliche Interessen und Meinungen schnell als Gegensätze wahrgenommen werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der diesjährige Neujahrsempfang der Humanitären Freimaurer im historischen Bremer Logenhaus am 1. September.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der ansässigen Loge „Anschar zur Brüderlichkeit“ und einem Grußwort des freimaurerischen Distriktmeisters Thorsten Lieder hießen die Freimaurer Edda Schröder, die Vorsitzende des Stiftungshauses Bremen e. V., als Rednerin willkommen. In ihrem Vortrag „Das Stiftungshaus Bremen als Solidargemeinschaft und Bündnispartner für Gemeinnützigkeit“ stellte sie die Arbeit und den Netzwerkgedanken des Stiftungshauses vor.

Das Stiftungshaus unterstützt Menschen und Organisationen, die sich mit Geld, Zeit oder persönlichem Engagement für das Gemeinwohl einsetzen möchten. Dabei geht es nicht nur um rechtliche, steuerliche und administrative Fragen rund um Stiftungen und gemeinnützige Organisationen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Vernetzung: Kontakte schaffen, Wissen austauschen, Erfahrungen teilen und Kräfte bündeln, um gemeinsam mehr zu erreichen.

Grußwort des freimaurerischen Distriktmeisters Thorsten Lieder. Foto: Hermann Assmann

Grußwort des freimaurerischen Distriktmeisters Thorsten Lieder. Foto: Hermann Assmann

Miteinander statt gegeneinander

Einen weiteren Blick auf das aktuelle gesellschaftliche Miteinander warf Thorsten Lieder, Distriktmeister Bremen der Humanitären Freimaurer. In seinem Beitrag widmete er sich der hiesigen Diskussions- und Streitkultur. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie es gelingen kann, unterschiedliche Positionen wieder stärker auszuhalten, einander zuzuhören und Argumente abzuwägen, ohne Menschen mit einer anderen Meinung vorschnell als Gegner zu betrachten.

So unterschiedlich die beiden Themen auf den ersten Blick auch erscheinen mögen, so zeigte sich im Laufe des Abends doch eine bemerkenswerte Gemeinsamkeit: Gesellschaftliches Miteinander entsteht dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen und bereit sind, einander zuzuhören. Was für Netzwerke und gemeinnütziges Engagement gilt, gilt ebenso für gesellschaftliche und politische Debatten. Unterschiedlichkeit muss nicht trennen.

Nach dem Programm wurde dieser Gedanke lebendig: Viele Gäste blieben noch zwei Stunden im Bremer Logenhaus, um zu diskutieren und Kontakte zu knüpfen. Menschen zusammenzubringen, Perspektiven zu verbinden und einen respektvollen Austausch zu ermöglichen, gehört zu den Kernanliegen der Humanitären Freimaurer. Musikalisch begleitet wurde der Neujahrsempfang von einer Aufführung von Mozarts „Andante in C-Dur“ mit Klavier und Querflöte.

W. A. Mozart auf Klavier und Querflöte. Foto: Hermann Assmann